Gesundheit pur – immer mehr Beamte suchen nach der perfekten Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist in der heutigen Zeit und Gesellschaft ein immer wichtigeres Thema. Die alltäglichen Anforderungen nehmen stetig zu, immer neue Herausforderungen und Aufgaben werden an den Einzelnen herangetragen und die Arbeitszeiten werden auch immer länger. Die heutige Gesellschaft ist eine richtige Leistungsgesellschaft geworden, die durch ihre gesteigerten Ansprüche den Einzelnen immer mehr an seine körperlichen Grenzen bringt. Sehr viele Menschen leiden massiv gesundheitlich unter der Doppelbelastung von Beruf und Familie. Weder die beruflichen, noch die familiären Verpflichtungen sollen vernachlässigt werden. Hier ist die Work-Life-Balance, also das ausgewogene Verhältnis zwischen Familie und Beruf, von sehr großer Wichtigkeit, damit es nicht zu negativen Konsequenzen für die Gesundheit kommt.
Ausreichend Zeit für Beruf und die Familie ist ein zentrales Anliegen
Eine Work-Life-Balance ist in vielen Fällen gar nicht so einfach umsetzbar. Es ist ganz natürlich, dass kurzfristig einmal der ein oder andere Bereich vernachlässigt wird, doch wenn dies zu einem Dauerzustand wird, ist es tatsächlich sehr problematisch. Stress und Anspannung stauen sich immer mehr an. Immer häufiger werden Abstriche im Familien- und Freundeskreis zugunsten des Berufes gemacht. Die Folge ist, dass die Betroffenen immer weniger Zeit mit ihren Lieben und ihren Freunden haben und unterm Strich auch weniger Zeit für sich selbst.
Die vielen Burnout Erkrankungen von Beamten sprechen dafür, dass es tatsächlich immer seltener gelingt Beruf und Familie miteinander in Balance zu bringen. Die Arbeitszeiten spielen in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Rolle. Besonders, wenn immer häufiger zu Zeiten gearbeitet werden muss, die eigentlich für die Familie reserviert bleiben sollten, so z.B. am Wochenende oder am Abend, stört das massiv die Work-Life-Balance. Vor allem Beamte im öffentlichen Dienst klagen über untypische und ungeordnete Arbeitszeiten. Sehr wichtig wäre zudem, dass die Arbeitszeit planbar und vorhersehbar ist. Viele Beamte leiden sehr darunter, dass sich oft aus betriebsinternen Gründen, Arbeitszeiten und Dienstpläne kurzfristig ändern und diese Änderungen auch nur sehr knapp vorher kommuniziert werden. Von nicht wenigen Beamten wird zudem erwartet, dass sie auch nach Dienstschluss noch für diverse dienstliche Anfragen und Belange erreichbar sind. Die Notwendigkeit, ständig für den Dienstherrn erreichbar sein zu müssen, sorgt nur für zusätzlichen Stress und macht eine Work-Life-Balance nahezu unmöglich.
Immer mehr Beamte leiden unter stressbedingten Erkrankungen
Bei näherer Betrachtung dieser unzufriedenstellenden Situation, ist es nicht allzu verwunderlich, dass immer mehr Beamte an den Folgen von Stress erkranken. Die Folge: Beamte nehmen immer öfter Leistungen der privaten Krankenversicherung in Anspruch. Das bedeutet für die Versicherer wiederum höhere Ausgaben im gesundheitlichen Bereich. Ein wichtiger Schritt wären auf jeden Fall attraktivere Arbeitsbedingungen für Beamte sowie mehr familienorientierte Angebote zu schaffen. Dienstherren müssen mehr soziale Verantwortung übernehmen und besonders im öffentlichen Dienst Problemlösungen anbieten. Andernfalls würde es zu einem weiteren massiven Ausfall und Verlust von Fachkräften kommen. Das Ziel sollte jedoch sein, dass Beamte mehr auf ihre Gesundheit achten und effektiv Stress abbauen. Das würde dann auch die Kosten der privaten Krankenversicherung für ärztliche Leistungen sichtbar senken.
Lösungsvorschläge für ein besseres Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf
Ein erster Schritt ist auf jeden Fall als Beamter gemeinsam mit dem Dienstherrn ein geeignetes Arbeitszeiten-Modell zu finden, das auch ausreichend Zeit für die Familie miteinrechnet. Ebenso sind Freistellungen, Sabbatmonate, Beurlaubungen oder Teilzeitarbeit sinnvolle Lösungswege, die miteinander besprochen werden können. Hier gibt es weitere Tipps und Lösungsvorschläge, wie eine Work-Life-Balance gelingen kann:
Kurzurlaub
Es müssen nicht immer drei Wochen Urlaub am Stück sein, sondern es kann durchaus auch mal zielführend sein, nur ein paar Tage Kurzurlaub zu buchen. Das sorgt für richtig tolle Erholung und einen Tapetenwechsel. Und das beste dabei ist, dass sich in der Abwesenheit im Büro nicht zu viel ansammelt. Es stapeln sich keine Aufträge und auch das E-Mail-Postfach quillt nicht über.
Spazieren gehen
Jedem ist wohl hinreichend bekannt, dass ein Spaziergang durch die freie Natur freie Wunder wirken kann für Körper, Geist und Seele. Eine Möglichkeit ist es, nach Dienstschluss nicht in den Zug oder in den Bus einzusteigen, sondern den Arbeitsweg nach Hause zu laufen. Hierbei kann eine Extraportion Sauerstoffe getankt werden und das, was einen beschäftigt, kann leichter losgelassen werden.
Ordnung muss sein, aber nicht immer am Wochenende
Eine saubere Wohnumgebung ist essentiell notwendig, damit wir uns wohlfühlen können. Staubsaugen, Putzen und Wäsche machen muss aber nicht ausschließlich am Samstag erledigt werden. Es ist sinnvoller am Wochenende mal das zu tun, wozu man wochentags über eher weniger Zeit findet.
Aktiv mit Bewegung starten
Ein Ausgleich zu den vielen Stunden im Büro ist eine der wichtigsten Lösungswege, um Stress abzubauen. Es gibt eine ganze Reihe an Sportarten, die nicht nur richtig viel Spaß machen, sondern auch dabei helfen, aktiv abzuschalten und den Kopf freizukriegen.
Nicht alles alleine erledigen
Delegieren ist hier das große Stichwort! Nicht alle Aufgaben müssen von einem selbst erledigt werden. Besonders im privaten Bereich können sehr viele Dinge, wie zum Beispiel einkaufen, dem Partner übergeben werden. Es sind nur kleine Dinge, die aber große Entlastung mit sich bringen.…